Image of a book with a magnifying glass
Photo by João Silas

Richtig zitieren - Die wichtigsten Zitierregeln für wissen­schaftliche Arbeiten

Egal ob Bachelorarbeit, Masterarbeit, Dissertation oder Hausarbeit - das richtige Zitieren ist beim Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten Pflicht. Es gilt hierbei einige Regeln rund um die Quellenangaben zu beachten, um dem Vorwurf eines Plagiats von vorneherein aus dem Weg zu gehen.

Worum geht es?

  1. Ein Plagiat verhindern - darum solltest du richtig zitieren
  2. Direkte und indirekte Zitate
  3. Primär- und Sekundärzitate - ein Zitat eines Zitates zitieren...
  4. Fußnoten oder Angaben im Fließtext - verschiedene Zitierstile
  5. Mit SciFlow automatisch zwischen Zitierweisen wechseln

Ein Plagiat verhindern - darum solltest du richtig zitieren

Durch das Zitieren von Quellen, die du für deine Arbeit herangezogen hast, kennzeichnest du fremdes Gedankengut. Du zeigst deinen Lesern damit, dass du dir einen guten Überblick über die relevante Literatur zum Thema erarbeitet hast und schützt dich darüber hinaus vor einem Plagiatsvorwurf. Ein solcher Vorwurf kann leider schnell entstehen, wenn die Zitation nicht sauber vorgenommen wurde. Es lohnt sich daher, in das Literaturverzeichnis und die korrekte Zitierweise innerhalb des Textes wert zu legen

Universitäten nutzen inzwischen ausgefeilte Plagiats-Software, um die Kennzeichnung fremder Ideen als eigene Erkenntnisse ausfindig zu machen. Wenn Plagiate entdeckt werden, kann dies verschiedene negative Auswirkungen auf Karriere haben, sodass dies unter allen Umständen vermieden werden sollte. Nicht nur eine Rückgabe des Doktortitels kann die Folge sein.

Nicht zitieren musst du übrigens allgemein bekannte Tatsachen und historische Ereignisse. Solltest du dich in deiner Arbeit beispielsweise auf das Ereignis der Wahl Angela Merkels zur Bundeskanzlerin im Jahr 2005 beziehen, brauchst du dafür keine Quelle angeben. Anders verhält es sich, wenn es um die Einschätzung einer bestimmten Person zu diesem Ereignis geht oder um eine Einordnung des Geschehens in einen bestimmten Kontext. In diesen Fällen ist ein Bezug zur Originalquelle wichtig und notwendig.

Wenn du für deine Arbeit ein professionelles Lektorat beauftragst, wird neben der Prüfung von Argumentationslinien auch auf die korrekte Zitation der genutzten Quellen geachtet.

Direkte und indirekte Zitat

Um deine Arbeit nicht nur wissenschaftlich korrekt zu gestalten, sondern auch gut lesbar zu machen, bietet sich eine Mischung aus direkten und indirekten Zitaten an.

Direkte Zitate zeichnen sich dadurch aus, dass der Wortlaut einer Person exakt wiedergegeben wird. Dies erfolgt in Anführungszeichen und kann dann zum Beispiel wie folgt aussehen:

Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht immer richtig Spaß, wenn man die Regeln erst einmal verstanden hat.

Solche direkten Zitate eignen sich sehr gut, um Thesen wortgetreu abzubilden oder bestimmte Ansichten pointiert wiederzugeben. Allzu häufig solltest du zugunsten des Leseflusses aber auf direkte Zitate verzichten - sie lesen sich einfach etwas sperrig und reißen aus dem Textverlauf heraus. Solltest du übrigens nur einen Teilsatz als direktes Zitat verwenden wollen, solltest du auf die Einhaltung der korrekten Grammatik und Rechtschreibung achten. Dann kannst du auch problemlos einzelne Abschnitte eines Satzes in deinen eigenen Satz einfügen, wie etwa hier:

Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht immer richtig Spaß [...].

Indirekte Zitate fügen sich in der Regel sehr viel angenehmer in den eigenen Schreibstil ein und sind genauso korrekt wie direkte Zitate. In diesem Fall formulierst du die Thesen und Aussagen anderen Veröffentlichungen oder anderer Menschen in indirekte Rede um. Das kann dann etwa so aussehen:

Carsten Borchert behauptet etwa, dass zitieren immer richtig Spaß machen würde, wenn man die Regeln erst einmal verstanden habe

Primär- und Sekundärzitate - ein Zitat eines Zitates zitieren..

Der Regelfall beim Zitieren ist der Verweis auf eine Textstelle einer anderen Quelle. Ein solch einfaches “Standard-Zitat” ist ein Primärzitat. Manchmal kommt es jedoch vor, dass in besagter Quelle ein weiteres Zitat zu finden ist und du dich auf eben dieses Zitat beziehen möchtest. Verwendest du dieses in der Quelle zitierte Zitat, handelt es sich um ein Sekundärzitat - also ein Zitat aus einer Sekundärquelle, auch “übernommenes Zitat” genannt.

Wenn möglich, solltest du auf jeden Fall versuchen die Primärquelle ausfindig zu machen, um ein Primärzitat vornehmen zu können. Dies erleichtert das Lesen ungemein und ist auch aus Gründen wissenschaftlicher Korrektheit einem Sekundärzitat vorzuziehen. So kann es etwa sein, dass das Zitat aus dem Kontext gerissen wurde und somit eine andere Bedeutung bekommen hat als ursprünglich vom Autor oder der Autorin beabsichtigt. Es könnten auch Bedingungen oder Nebenbemerkungen angeknüpft sein, die für dein Thema wichtig sind.

In Ausnahmefällen kann die Primärquelle jedoch nicht gefunden werden, sodass ein übernommenes Zitat notwendig wird. Bei der Quellenangabe wird dann zunächst die Primärquelle des Zitats angegeben, gefolgt von der Quelle des Sekundärtextes, aus dem du das Zitat nun übernehmen wirst. Das kann dann zum Beispiel wie folgt aussehen:

Achte auf jeden Fall darauf, so wenig Sekundärzitate wie möglich zu verwenden und schaue dir (wann immer möglich) die primäre Quelle an. Beachte außerdem die Vorgaben, die das Regelwerk enthält, nach dem du deine Arbeit verfasst.

Fußnoten oder Angaben im Fließtext - verschiedene Zitierstil

Bevor du deine Arbeit beginnst, musst du dich für einen Zitationsstil entscheiden. In Deutschland geht es dabei in der Regel um die Wahl zwischen dem deutschen Zitierstil und der Harvard-Zitierweise. Welcher Stil gewünscht ist, wird häufig vom Lehrstuhl festgesetzt, für den du deine Arbeit verfassen möchtest. Frag hier also auf jeden Fall vorab nach oder schau in die Vorgaben hinein.

Die Auswahl des Zitierstils hat nicht ausschließlich Auswirkungen auf das Format der Zitate innerhalb der Arbeit selbst, sondern bestimmt auch die Formatierung im Literaturverzeichnis.

Deutsche Zitierweise

Die deutsche Zitierweise zeichnet sich dadurch aus, dass die Quellenangaben nicht im Fließtext untergebracht werden, sondern in begleitenden Fußnoten. Diese befinden sich am Ende jeder Seite und enthalten Autor, Titel, Veröffentlichungsjahr und Seitenzahl. In den Fußnoten können neben den Quellen auch weiterführende Bemerkungen hinterlegt werden.

Hier findest du ein Beispiel für die direkte Zitierweise. Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht einfach immer richtig Spaß!” 1
1 Vgl. Carsten Borchert / Frederik Eichler: In SciFlow macht Zitieren Spaß, Berlin, Deutschland: SciFlow, 2020, S.3
1 Vgl. Vorname Nachname: Buchtitel, Veröffentlichungsort, Veröffentlichungsland: Verlagsname, Veröffentlichungsjahr, Seitenzahl

Bei der deutschen Zitierweise ist eine Abkürzung der Angaben ab der zweiten Nennung der Quelle möglich. So reicht dann etwa die Angabe von Nachname, Jahr und Seitenzahl aus:

Hier findest du ein Beispiel für die direkte Zitierweise. Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht einfach immer richtig Spaß!” 1
1 Vgl. Borchert/Eichler, 2020, S.3
1 Vgl. Nachname, Veröffentlichungsjahr, Seitenzahl

Harvard-Zitierweise

Anders als bei der deutschen Zitierweise werden bei der Harvard-Zitierweise die Quellenangaben direkt in den Fließtext eingebaut. Außerdem werden diese immer im Kurzformat eingefügt, sodass die lange Form der Quellenangabe ausschließlich im Literaturverzeichnis zu finden ist.

Hier findest du ein Beispiel für die direkte Zitierweise. Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht einfach immer richtig Spaß! (vgl. Borchert / Eichler 2020: 34
(vgl. Nachname Veröffentlichungsjahr: Seitenzahl

APA-Zitierweise

Die Zitierweise der American Psychological Association (APA) unterscheidet sich nur in wenigen Details von der Harvard-Zitierweise. Auch hier werden die Quellen im Fließtext angegeben, allerdings in einer anderen Syntax.

Hier findest du ein Beispiel für die direkte Zitierweise. Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht einfach immer richtig Spaß! (Borchert & Eichler, 2020, 34

Vancouver-Zitierweise

Die Vancouver-Zitierweise ist besonders im medizinischen Bereich weit verbreitet. Sie wurde vom International Committee of Medical Journal Editors ins Leben gerufen und zeichnet sich durch eine Nutzung von Nummern anstelle von Namen und Jahren aus. Die Quelle wird dann im Literaturverzeichnis vollständig genannt.

Hier findest du ein Beispiel für die direkte Zitierweise. Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht einfach immer richtig Spaß! (3)

IEEE-Zitierweise

Vor allem in technischen Bereichen wird häufig der IEEE-Stil verwendet, der auf das Institute of Electrical and Electronics Engineers zurückgeht. Der Stil basiert genauso wie die Vancouver-Zitierweise auf einem numerischen System.

Hier findest du ein Beispiel für die direkte Zitierweise. Dazu sagt Carsten Borchert: “Zitieren macht einfach immer richtig Spaß! [2]

Literaturverzeichnis als Quellen-Sammelstelle

Das Literaturverzeichnis kann als “Pendant” zu den Quellenangaben im Fließtext gesehen werden und ist in wissenschaftlichen Arbeiten obligatorisch. Hier werden alle Quellen gesammelt abgebildet, die für die Erstellung der Arbeit genutzt wurden. Damit ergibt sich eine recht umfangreiche Sammlung an Literatur zum Thema der wissenschaftlichen Arbeit. Die Quellen werden unabhängig von der gewählten Zitierweise immer alphabetisch geordnet.

Bei Nutzung der deutschen Zitierweise sehen die Quellenangaben im Literaturverzeichnis den Angaben in den Fußnoten sehr ähnlich.

Borchert, Carsten / Eichler, Frederik: In SciFlow macht Zitieren Spaß, Berlin: Guter Verlag, 2020
Nachname, Vorname: Buchtitel, Veröffentlichungsort: Verlagsname, Veröffentlichungsjahr

Bei der Harvard-Zitierweise finden sich im Fließtext nur Kurzangaben der verwendeten Quellen. Im Literaturverzeichnis ist das ganze dann ausführlich zu finden.

Borchert, Carsten / Eichler, Frederik (2020): In SciFlow macht Zitieren Spaß, 3. Aufl., Berlin, Deutschland: Guter Verlag, doi: 21.2142/42
Nachname, Vorname (Veröffentlichungsjahr): Buchtitel, Auflage, Veröffentlichungsort: Verlagsname, doi: doi-Nummer

Auch hier ist die APA-Zitierweise der Harvard-Zitierweise sehr ähnlich:

Borchert, Carsten / Eichler, Frederik (2020): In SciFlow macht Zitieren Spaß (3. Aufl.), Berlin, Deutschland: Guter Verlag. https://doi.org/21.2142/421
Nachname, Vorname (Veröffentlichungsjahr): Buchtitel, Auflage, Veröffentlichungsort: Verlagsname. https://doi.org/doi-Numme

Mit SciFlow automatisch zwischen Zitierweisen wechseln

Mit dem für Student*innen und Wissenschaftler*innen kostenfreien Online-Schreibtool SciFlow kannst du dein Literaturverzeichnis aus Zotero, Mendeley, EndNote oder Citavi einfach importieren und deine Referenzen per Drag-and-drop an den gewünschten Stellen platzieren. Da SciFlow auf das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten spezialisiert ist, kannst du die Art der Zitation manuell auswählen, woraufhin deine gesetzten Angaben automatisch im richtigen Stil formatiert werden. Damit entfallen Sorgen um falsch gesetzte Kommas oder vergessene Doppelpunkte, diese Aufgaben werden ganz automatisiert übernommen.

Das gleiche gilt auch für das Wechseln von Zitierstilen. Wenn du deine Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt in einer anderen Formatierung veröffentlichen möchtest, kannst du automatisch etwa von der APA-Zitierweise auf die deutsche Zitierweise wechseln. Hierfür braucht es nur wenige Klicks, sodass du nicht das gesamte Dokument komplett händisch bearbeiten musst. Gleiches gilt auch für die Anpassung von Artikeln für verschiedene Journal-Formate, die ebenfalls in wenigen Handgriffen vorgenommen werden können.

Get started with SciFlow

No installation needed.